Der Nimbus 2000

Quidditich

Es ist Sonntag. Der durchschnittliche Student schwitzt schon, da er sich noch nicht ausreichend auf den Montag vorbereitet hat. „People, get your shit together!“ denke ich mir und breche in Gelächter aus. Noch immer sitze ich vor dem Fernseher, während ich einen Artikel über den „anderen“ Adolf Hitler in der New York Times lese. Im Fernsehen läuft Quidditch vom Feinsten! Ich gönn‘ mir Slytherin gegen Gryffindor. Nostalgie kommt auf, gefolgt von spröder Langeweile, da ich dieses Stück Filmgeschichte schon geschätzte hundert Mal gesehen habe.
Nein jetzt mal im Ernst. Da ist schon noch einiges zu tun. Die News-Article Reading List für Englisch wäre zu aktualisieren und dann wäre da noch dieser James Gleick, über den ich ja auch noch einen Blogeintrag machen wollte. Der Konjunktiv ist hierbei wieder mal mein bester Freund. Das Lehr- und Handbuch über Journalismus von Stephan Ruß-Mohl, das wir bis Jänner lesen sollen, starrt mich vorwurfsvoll an und sagt: „Du hast mich noch immer keines Blickes gewürdigt. Das Cover gefällt dir wohl, aber tiefer willst du nicht graben.“ Ich muss an Freitag Nacht denken und das ich definitiv tiefer graben sollte. Also nicht mein eigenes Grab und auch nicht das eines anderen, aber definitiv tiefer graben. Apropos tiefer graben. Hier ein Einblick in die dunklen Tiefen meines Gedächtnis:

Gedichte, Gedanken, Gedächtnis

Der frostige Montag,
Er lacht mich schon an,
Ich kann’s kaum erwarten;
doch denk nicht mehr dran

Student sein, das heißt doch studieren
Moment mal, das heißt doch probieren,
Sätze zu formen, die bald Sinn ergeben,
Sätze zu formen, über’s tägliche Leben.

Warum wir die Wahrheit nur einmal verlieren?
diese nächtlichen, neuen Nuancen kreieren?
uns verächtlich beträchtliche Chancen passieren?
Beim Lernen im Keller und wieder am krepieren,
Schreib meine Wörter und will sie nicht verlieren

Wahllos, wie immer und wünschte ich wär hip
Hätt‘ WG und auch Zimmer. Ein billiger Tipp?
Komm schöne Frau; gehen wir auf einen Trip
In die weite Welt hinaus, dort zeig ich dir den Trick

Wir alle sind so gleich und doch so verschieden,
Freut euch mit uns, denn dann werden wir siegen,
in Hängematten liegen, gediegen uns verlieben,
Hört nicht auf die Macht und folgt euren Trieben.

Genug von den Intrigen und Unehrlichkeiten,
sie verraten nur unsere gemeinsamen Zeiten,
Lassen wir uns doch lieber von der Liebe leiten,
Bestreiten, dass wir uns noch immer streiten

mein Schreiben wieder lächerlich,
denn das Leben ist nicht leicht
ihr könnt es gerne amtlich haben,
doch ich schreib‘ nun mal nicht seicht

Versteh manchmal nicht,
warum es uns so gut geht,
und wir doch nicht genug haben
Das kommt von der Gier,
man muss nicht allem zusagen!

Der Herbst ja er drückt meine Sinne
Bin gefangen. Im Netz dieser Spinne

Sie schlafen dann draußen,
Sie wissen nicht wohin,
Dort vielleicht ein Plätzchen,
Dort legen wir uns hin.

Während der rechtsextreme Pöbel in Taxis Runden dreht,
und ein Flüchtling, diese neue Welt nicht mehr versteht,
sind wir die Generation, die so manche Metapher umdreht.
Die Reichen sind die Armen, und die Flüchtlinge so reich,
denkt die „junge“ FPÖ, doch ich sag euch jetzt: „Es reicht!!!“

Wie weit sie doch marschieren, diese Krieger der Nacht,
aus Liebe zur Familie, weil es in Aleppo wieder kracht
aus ihren Häusern gejagt, durch vermummte Pharisäer,
wir lernen nicht daraus und liefern Waffen an die Späher.

Bist du morgens jemals, ohne dein Bett aufgewacht?
Hast du lange Nächte, je auf einer Parkbank verbracht,
Hast du nichts mehr zu essen und musst beim Wasser sparen?
Oder gehts dir wieder prächtig und du kannst sogar Auto fahren.

„Ich würd so gern verändern“
„Ich würd so gern verstehen“
„Ich kenne da nen‘ Flüchtling, ja der is gar nicht so schlimm“
„Ich finde, was der Strache sagt, das macht wirklich Sinn“
„Ich finde, dass die alle wieder heim gehen sollten“
„Hat man uns je gefragt, was wir überhaupt wollten?“

Doch Lüge und Lohn hängen uns an die Leine,
Hört mir nur zu, dann mach ich euch Beine
Denn morgen ist Montag und die Woche beginnt,
Also lasst uns verweilen, bis die Sicht verschwimmt

Reise zur Wiege der rastlosen Reiter
Ich erliege dem Drang,
während ich machtlose scheiter‘
Ich werd immer breiter
und breiter und breiter,
Schweb immer weiter
und weiter und weiter
Die Themen verlaufen sich,
Im Traum, eine Leiter.

Ich formuliere und paraphrasiere
Ich gratuliere und manifestiere
das ist mein Wille zum Glück,
der durch jedes Schriftstück
dem Ziel ein bisschen näher rückt,

geschrieben durch Hand oder Feder
das Buch voller Zeichen
der Bund voller Leder

Am Ende des Tages, wenn das Publikum schweigt,
Hoff ich, dass den Text sogar mehr als einer liket
Warte auf morgen ganz fröhlich und heiter
es ist noch nicht vorbei; Ich lebe noch weiter

Denn auch, wenn einmal euer Wille bricht,
Geht einfach weiter und schärft eure Sicht!
Versuch euch zu helfen, mit diesem Gedicht!
Bald ist’s vorbei, ihr braucht es doch nicht!

Ich lauf durch die Wälder,
verdeck mein Gesicht
Der finstere Reiter,
er wartet im Licht.

Ein Gedanke zu „Der Nimbus 2000

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